Das Gesetz zum Energy Sharing lässt vieles offen. Hier kommt ein Angebot, das diese Lücke füllt.
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MitMachStrom – so geht Energy Sharing
Zwar ist das Gesetz zum Energy Sharing seit Juni 2026 in Kraft. Aber jetzt seinen Netzbetreiber ansprechen zu können und dort gleich auf weit offene Türen zu treffen, entpuppt sich als Trugschluss. Denn für die Geschäftsmodelle der Netzbetreiber ist das Energy Sharing eine Nebensache ohne Mehrwert. Das Modell selbst hatten wir in diesem Blog im Juni bereits vorgestellt.
Dabei bietet Energy Sharing eine Marktlücke mit Potenzial für alle Betreiber von PV-Anlagen. Wo sich eine solche Marktlücke auftut, finden sich schnell Anbieter, die sie mit eigenen Angeboten schließen. Sucht man im Web nach den Stichwort Energy Sharing, erhält man eine lange Liste von Anbietern und hat die Qual der Wahl.
Als Klimagruppe haben wir uns mit einem dieser Anbieter zusammengetan und können unseren Mitgliedern ein Paket anbieten, mit dem ihr das Energy Sharing-Konzept schnell und sicher umsetzen könnt: MitMachStrom. Die Nutzung dieses Pakets setzt eine Mitgliedschaft in der Klimagruppe Königswinter voraus.
Bund der Energieverbraucher e.V.
Unser Partner ist der Bund der Energieverbraucher, ein seit 1987 bestehender gemeinnütziger Verein, der schon seit 1999 Modelle zur gemeinschaftlichen Strombeschaffung anbietet. Mit dessen Gründer, Aribert Peters aus Rheinbreitbach, haben wir die Kooperation ins Leben gerufen. Der Verein vertritt Verbraucherinteressen im Energiemarkt, macht auf Missstände bei Energieversorgern aufmerksam und setzt sich rechtlich für die Durchsetzung von Verbraucherrechten ein. Thematische Schwerpunkte sind der schnelle Abschied von fossilen Energieträgern, die Senkung des Energieverbrauchs sowie eine bürgerschaftlich organisierte Energieversorgung (Quelle: Wikipedia.org). Es gibt also eine breite gemeinsame Basis zwischen dem Bund der Energieverbraucher und der Klimagruppe Königswinter. Um ein Energy Sharing anzubieten, hat der Bund der Energieverbraucher sich mit dem Start Up WeShareEnergy zusammengetan und vermarktet den Sharing Strom unter dem neuen Namen „MitMachStrom“. Dies ist unter anderem ein exklusives Angebot für Mitglieder der Klimagruppe. Der Bund der Energieverbraucher vermittelt die Gemeinschaft, wird nicht selbst als Stromlieferant tätig und übernimmt keine Haftung.
So funktioniert WeShareEnergy
Die Plattform WeShareEnergy (WSE) schließt die Lücke zwischen Netzbetreiber, PV-Stromlieferant und Abnehmer. Wer das WSE-Konzept nutzen möchte, schließt zunächst einen Stromliefervertrag für seinen Haushalt mit WSE ab. Dadurch wird WSE zum Stromlieferanten für diesen Haushalt, WSE regelt auch den Anbieterwechsel, am Hausanschluss ändert sich nichts.
Die Plattform erfasst dann die Stromlieferverträge zwischen Ihnen als Stromlieferant und Ihrem Nachbarn bzw. Freund als Stromabnehmer. Sobald Sie einen Überschuss von PV-Strom ins Netz abgeben, tritt WSE auf den Plan und erfasst diesen. Der von Ihrem Strompartner aus dem Netz bezogene Strom wird gegenüber dessen Netzbetreiber um die von Ihnen eingespeiste Strommenge reduziert und in die WSE-Abrechnung einbezogen.
Reicht der PV-Strom der in der WSE-Stromgemeinschaft zusammengeschlossenen PV-Anbieter nicht aus, kauft WSE automatisch zertifizierten Ökostrom für die Reststromversorgung hinzu. Der kWh-Preis für diesen Strombezug ist festgelegt und transparent.
Die monatliche Abrechnung wird vollautomatisch erstellt und geht Ihnen zu. Die gesetzliche EEG-Einspeisevergütung bleibt davon unberührt und wird wie gewohnt an Sie als PV-Betreiber ausgezahlt.
Die Technik hinter WSE
Ein digitaler Zähler ist erforderlich (kein Smart Meter, den bietet Westnetz derzeit nicht an). Sollte noch ein schwarzer Zähler mit Drehrad vorhanden sein, muss dieser zunächst ausgetauscht werden. Ansprechpartner für diesen Austausch ist Westnetz bzw. der Elektrofachbetrieb Ihres Vertrauens, der für den Austausch autorisiert ist. Dieser digitale Zähler ist mit einem runden „Auge“ ausgestattet, einem gläsernen Fenster. Auf diesen wird ein Aufsatz gesteckt, der Messung und Kommunikation mit WSE regelt. Die Erfassung der Verbrauchsdaten erfolgt auf die Viertelstunde genau und kann über WLAN verfolgt werden.
Fragen beantworten wir gerne bzw. vermitteln einen Kontakt zu WSE. Der Flyer zum MitMachStrom-Angebot kann hier eingesehen und heruntergeladen werden.
Über den Autor
Axel Tropp
ist in der Mobilitätsgruppe, im Repaircafé und vor allem als Energieberater aktiv.
